Sophie Aigner



trying out in the studio
trying out right here
making sketches making notes
making an idea

carving stone material
carving the outline of a room
carving a man who is sitting there
wearing a superhero costume

working on the ceiling and the ground
working on the three dimensional
working on the ultra basic point
oh, working on the substantial

carving out an old man`s face
facing me not looking behind
carving out that old man`s posture
no sunken shoulders no sunken mind

carving the lungs and the lips
carving the teeth and the tongue
I`m listening to the very old man
I`m listening to his song

finishing the man`s eye
and all of his very old face
finishing the empty room
and finally leaving the space



Nase, Loch und Nasenloch
sind des Künstlers großes Joch




Beim Verabschieden dann schenkten Mariechens Töchter Anita einen Stein, welchen sie aus der Mauer des Hauses herausgeschlagen hatten, wozu sie von ihrer Mutter am Tag zuvor, wie Anita beobachtet hatte, ermutigt worden waren. Als Anita wieder in ihrem Hof angelangt war, steckte sie den Stein zurück in die Wand, ging hoch in die Wohnung, holte das Stempelkissen hervor, legte ihre Stirn hinein, wälzte mit ihr ein paar- mal nach links und nach rechts, ging in den Hof zurück und drückte ihre Stirn gegen die Wand.



Die Frau mit den vier Beinen schafft es auf elegante Weise, alle ihre Beine übereinander zu schlagen. Die seidenmatten Strumpfhosen, die sie immer trägt, fertigt ein Schneider aus Paris an. Dies kann er nur, weil er selber drei Arme und drei Hände hat. Mit einer Hand hält der Schneider dann die Strumpfhose, mit der anderen den Faden, mit der dritten telefoniert er, nämlich mit seiner Frau mit den zwei Köpfen. Diese weiß, wie er die Strumpfhose zu nähen hat. Der Schneider kann sich den Trick nicht merken, denn er besitzt leider nur ein halbes Hirn. Die Frau mit den vier Beinen dagegen besitzt zwar ein ganzes Hirn, aber nur einen Arm. Das macht es mühsam, die Strumpfhosen anzuziehen, die sie aber braucht, um das Fernsehinterview zu führen. Irgendein Freak soll da heute wohl kommen. Manchmal hasst die Frau ihren Job.



Einmal legte ich Lappen aus Ton auf meine Nase, ich tat so, als wären es Taschentücher, ich schniefte in hunderte von Keramik-Taschentüchern hinein, ich schniefte keinen Rotz hinein, aber manchmal blieb ein bißchen Rotz hängen und dann zerknüllte ich diese Keramiklappen so wie man Taschentücher zerknüllt und ich verteilte sie alle auf dem Boden und über den zerknüllten Keramiktaschentüchern hing ein Lautsprecher, Wer wird denn weinen, konnte man da hören.





Wo der Rotz rausfließt, da fließt er auch wieder hinein.

wer wird denn weinen.mp3


blooha.net

Ein paar Tage, nachdem mein Freund sich von mir getrennt hatte, fand ich ein Haar von ihm auf dem Bett. Ich ließ es liegen und schlief daneben, lange Zeit machte ich das so. In eine Tüte habe ich das Stück Nabelschnur gesteckt, das abgeschnitten wurde, bei der Geburt meines Babys. Ich hab das immer noch. Zweimal war ich dabei, als sich meine Mutter den Oberschenkel brach. Das nur nebenbei, aber ich glaube, ich hätte lieber einen Knochen von ihr statt Asche, wenn sie tot ist.



versteinert.
leben.
Widerspruch.
eben.